
Kennt ihr das? Der Tag fängt eigentlich gut an, aber zwei Stunden nach dem Frühstück verwandelt sich dein eigentlich friedlicher Wildfang in ein nervöses Energiebündel, das bei der kleinsten Kleinigkeit explodiert. Wir schieben es oft auf den Charakter, auf Trotzphasen oder ADHS. Aber oft steckt etwas viel Simpleres dahinter: Wir haben unsere Kinder unwissentlich in eine hormonelle Achterbahn gesetzt. Und wir halten die Fernbedienung in der Hand – in Form unseres Kochlöffels.
Der Morgen: Die Weichenstellung (07:00 – 10:00 Uhr)
Der Tag entscheidet sich am Frühstückstisch.
- Der Klassiker (Die Falle): Helles Brötchen mit Schokocreme oder gesüßte Cornflakes.
- Was im Körper passiert: Der Zucker schießt ins Blut. Der Körper bekommt Panik wegen des hohen Pegels und schüttet massiv Insulin aus.
- Das Signal beim Kind: Erst „High-Life“, extreme Zappeligkeit und lautes Lachen. Doch dann, ca. 90 Minuten später, folgt der Absturz. Der Blutzucker fällt tiefer als er vorher war (Unterzuckerung).
- Das Verhalten: Dein Kind wird „hangry“. Es ist plötzlich quengelig, kann sich nicht mehr konzentrieren und die Frustrationsgrenze sinkt auf Null.
Mittags: Das Suppenkoma vermeiden (12:00 – 14:00 Uhr)
- Das Ziel: Konstante Energie.
- Papa-Wissen: Wenn wir jetzt schwere Kohlenhydrate (weiße Nudeln, viel Panade) füttern, geht die gesamte Energie ins Blut und die Verdauung. Das Gehirn wird „abgeschaltet“.
- Das Signal beim Kind: Das Kind wirkt „abwesend“, müde, aber gleichzeitig leicht reizbar. Es will sich nicht bewegen, fängt aber sofort an zu weinen, wenn es etwas aufräumen soll.
Der Nachmittags-Crash (15:00 – 17:00 Uhr)
Das ist die gefährlichste Zeit, besonders wenn wir unterwegs sind (oder in Krawinkel am Wohnwagen).
- Die Falle: Der schnelle Keks oder Riegel „für zwischendurch“.
- Was wir sehen: Die Kinder werden „drüber“. Sie laufen im Kreis, hören gar nicht mehr zu und wirken wie ferngesteuert. Das ist das Signal des Körpers: „Ich brauche dringend echte Energie, kriege aber nur leere Kalorien!“
- Wildfang-Hack: Hier brauchen wir Fett und Eiweiß (unsere Akku-Bälle!). Sie bremsen den Zucker aus und beruhigen das Nervensystem.
Der Abend: Die Landebahn vorbereiten (18:00 – 20:00 Uhr)
Damit die Jungs und das Mädel zur Ruhe kommen, muss der Blutzucker flach auslaufen.
- Das Signal für das Schlafengehen: Wenn der Blutzucker am Abend nochmal Achterbahn fährt, schüttet der Körper Cortisol (Stresshormon) aus.
- Das Ergebnis: „Ich bin gar nicht müde!“ – obwohl die Augen fast zufallen. Das Kind kann biologisch nicht abschalten.
- Die Lösung: Komplexes Abendbrot (Sauerteig-Kraftpaket!). Es liefert Magnesium und sorgt für einen stabilen Spiegel über die Nacht. Nur ein stabiler Blutzucker ermöglicht tiefen, erholsamen Schlaf.
| Phase | Was du siehst (Das Signal) | Was im Körper los ist |
| Der Peak | Überdrehtes Lachen, hektische Bewegungen, „Zerstörungswut“. | Blutzucker schießt hoch, Adrenalin steigt. |
| Der Sturzflug | Blässe um die Nase, plötzliche Weinerlichkeit, Aggression. | Insulin hat den Zucker „weggeräumt“ -> Unterzucker. |
| Das Loch | Starren ins Leere, Motivation bei Null, „Gummibeine“. | Gehirn läuft auf Reserveflamme. |
Das Fazit für dein „Wildfang-Wissen“:
Wir können Erziehungsthemen wie das Brüllen oder das ‚Aufs-Zimmer-Schicken‘ viel lockerer angehen, wenn wir die biologische Basis stabil halten. Ein Kind in der Blutzucker-Unterzuckerung kann nicht logisch denken. Der präfrontale Kortex ist wegen Energiemangel offline. Bevor du also schimpfst: Check erst mal den ‚Tank‘ deines Kindes.
Der Papa-Notfallplan: Was tun beim Absturz?
Wenn die Laune kippt, hilft kein Schimpfen mehr. Jetzt zählt Schadensbegrenzung:
- Der Fett-Eiweiß-Stopper: Ein Stück Käse, Nüsse oder Nussmus stoppen den Absturz.
- Wasser statt Saft: Hilft dem Körper, den Hormon-Mix zu regulieren.
- Reset an der Luft: Kurz raus, um das Gehirn wieder „online“ zu bringen.
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Ich stecke viel Herzblut, Zeit und auch Rechenpower in dieses Projekt, um meine Erfahrungen als Vater und meine Recherchen mit euch zu teilen. Wenn dir meine Rezepte, die KI-Videos oder die Erziehungs-Hacks im Alltag weiterhelfen und du das Projekt unterstützen möchtest, freue ich mich riesig über einen digitalen Kaffee! ☕
Kleiner, aber wichtiger Hinweis: Ich bin kein Arzt, Therapeut oder Pädagoge. Alle Inhalte hier basieren auf meinen persönlichen Erfahrungen als Vater, meinen Recherchen (z.B. nach Birkenbihl) und dem, was bei meinen Jungs funktioniert. Meine Tipps ersetzen keinen medizinischen Rat oder notwendige Therapien. Wenn du Fragen zu diesem Projekt hast oder mich unterstützen willst, klicke einfach auf den Button oben.
Das ist doch viel zu teuer und aufwendig!
Ganz ehrlich: Nein. Die meisten Rezepte hier auf dem Blog sind keine Gourmet-Menüs, sondern in 15–20 Minuten fertig. Es geht nicht um Perfektion, sondern darum, die „Endgegner“ im Vorratsschrank durch clevere Basics zu ersetzen. Das spart am Ende sogar Geld – und vor allem Nerven!
